Kapelle in Bierde

Die Legende

Eine Sage erzählt etwas über die Gründung der Kapelle in vorreformatorischer Zeit:
Ein Junker des Dorfadels habe seinerzeit in einem Streit seinen Ortsgeistlichen geohrfeigt. Als gebührende Abbitte wurde ihm vom Klerus abverlangt, eine Kirche zu bauen. Sie wurde dem Heiligen der Klosterkirche zu Corvey, St. Vitus, geweiht.

Der Neubau

1861 wurde das baufällige Gotteshaus nach Plänen des berühmten Baurates Hase aus Hannover im Ziegelbau neugotischen Stils mit ihren 152 Sitzplätzen wiederaufgebaut. Die Kosten von insgesamt 3.720 Reichstalern wurde von der Bevölkerung aufgebracht. 

Die Kreuzform

Das sogenannte Quer- und Langhaus bilden im Grundriss ein Kreuz. Grundgedanke hierbei ist, dass die Gemeinde mit Leben und Glauben auf dem Kreuz Jesu Christi gegründet ist.Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1. Korinther 3,11)

Madonna mit Apfel

Im letzten Jahrhundert entdeckte man auf dem Dachboden der Kapelle einen besonderen Schatz, der ehemals zur Kapellenausstattung gehört haben muss und heute den Chorraum ziert: eine "Marienfigur mit Apfel" aus dem 15. Jahrhundert.

Die Glocke

Die Läuteglocke wurde von der Firma Fr. Dreyer in Linden bei Hannover gegossen. Sie wiegt 228 Pfund und wurde bis 1975 per Hand geläutet.

Die Turmuhr

1881 erhielt die Kapelle eine Turmuhr, die bis heute erhalten ist und alle 6 Tage per Hand aufgezogen werden muss.

Die Orgel

1891 wurde die Orgel von dem Orgelbauer Furtwängler und Hammer aus Hannover aufgestellt und 1972 von Haspelmath restauriert. Es gibt nur wenige noch erhaltene dieser kleineren Orgeln (mechanisch mit 9 Registern), weshalb sie unter Denkmalschutz steht.

Die Taufe

1913 wurde die Taufe von Tischlermeister Duensing aus Ahlden gefertigt und von den Bierdern gestiftet.

Die Gegenwart

Im Jahr 2001 wurde die Kapelle außen, im Jahr 2003 innen saniert.
Mit EU-Mitteln konnte außerdem ein Kirchgarten angelegt werden.

Die Bierder freuen sich, in der Mitte ihres Dorfes ein eigenes Gotteshaus zu besitzen und beleben es in den angebotenen Gottesdiensten und Konzerten mit wachsender Tendenz.
Ohnehin bilden Kirche und Dorf in ihrem Miteinander eine Einheit.

Öffnungszeiten

vom 30. April bis 30. September
täglich 09:00 bis 17:00 Uhr